FREIE WÄHLER Pirna
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27. Januar 2021

Brief an unsere Mitglieder

Brief an unsere Mitglieder über den 

Austritt von Andre Liebscher aus der Fraktion sowie aus unserer Wählervereinigung vom 26.01.2021 

 

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende!“ 

 Wo sind da Gemeinsamkeiten zu sehen, was die Kündigung der Fraktionsmitgliedschaft durch Andre Liebscher von uns Freien Wählern betrifft? 

 MUT hatten wir, Andre Liebscher in unserer Fraktion vor einem Jahr aufzunehmen.​       

Sein politischer Weg, beginnend als Büroleiter bei der ehemaligen AFD Gründerin und amtierende Bundestagsabgeordneten unseres Landkreises Frauke Petry, über die Wählervereinigung „Pirna kann mehr“ mit einer zwischenzeitlichen Bewerbung als Büroleiter für den Landtagskandidaten der AFD Herrn Zwerg, bis hin eben zu uns Freien Wählern, dass alles innerhalb von 1,5 Jahren ist schon mehr als beachtlich. Trotz allem stand ich hinter ihm und habe versucht ihm einen politischen Hafen anzubieten. 

Für viele wurde die Aufnahme von Andre Liebscher als sehr kritisch eingestuft. Ich habe mich für ihn eingesetzt, mehr oder weniger mich für ihn verbürgt. Sicherlich waren meine Beweggründe mit dem sechsten Mandat einen Ausgleich zu der dann gleich starken AFD zu erreichen. Nun weiß ich, es war ein Fehler, weil Andre Liebscher kein Teamplayer ist. Als Alleingänger versuchte er sich auf unserem Rücken zu profilieren. Anträge im Ausschuss, im Stadtrat oder auch Redebeiträge wurden kaum noch mit uns abgestimmt. 

Es war ein „Abschied“ auf Raten und überrascht hat es uns nicht. Im Gegenteil, spätestens seit dem Sommer letzten Jahres haben wir die Alleingänge von Andre Liebscher kritisiert, ihn aufgefordert sich uneigennützig in die Fraktion einzubringen. Leider kam er nicht mehr zu internen Sitzungen, die Gründe dafür, waren nicht nachvollziehbar. 

Anfang Dezember haben wir ihn dann aufgefordert zu überlegen, wo er seine Zukunft sieht. Entweder bei uns und dann aber auch so, wie wir es alle bei uns Leben, es gibt nur ein WIR oder wenn nicht dann eine klare Trennung. 

Diese wurde dann gestern von Liebscher per WhatsApp an mich vollzogen. Einen Tag vorher hatten wir noch Fraktionssitzung, zu der er (unentschuldigt)  nicht erschien . Gut wäre gewesen, sich offiziell zu verabschieden, „face to face“ und die Gründe des WARUM zu nennen. Nichts, eine Trennung erfolgt heute per Handy… modern? 

Die mir dann per WhatsApp mitgeteilten Gründe, bezogen sich auf das „Herangehen der FW zu den Herausforderungen unserer Stadt, zu den politischen- und gesamtgesellschaftlichen Themen“ sowie „Meinungsäußerungen unserer Mitglieder“,  die er nicht mittragen kann. 

In seiner Pressemitteilung klingt das schärfer. 

 

"Die Themen Schulen, Kitas und Soziales wurden von den FW kaum beachtet. Zudem fehlt es an einer thematischen Ausrichtung der Fraktionsarbeit. Auch sind die FW nicht an den Problemen, Erwartungen und den Wünschen der Pirnaer dran.“ 

 Wenn man das SZ Interview - was der Einstieg von Andre Liebscher bei uns FW darstellt, von vor einem Jahr liest, klingt alles anders. 

 „Wir waren die mit Fachkompetenz in den eigenen Reihen bestens ausgestattete Fraktion, die Nähe zur Bevölkerung und die Umsetzung zum Wohle der Bürger der Stadt Pirna wird gerade bei den FW gelebt. Da will er sich als Stadtrat bestens einbringen...!“ 

Die Frage stellt sich, haben wir uns verändert oder hat einfach nur Andre Liebscher einen Veränderungsprozess durchlebt. 

Kurzum, ich wusste, dass Andre ein „Ich-Mensch“ ist und ein Miteinander schwierig sein wird. Wir haben versucht, diese menschlichen und nicht FW-typischen Eigenschaften zu kompensieren. Dies ist uns, dies ist mir nicht gelungen. Das Wort „leider“ kann ich nicht hinzufügen, denn die Enttäuschung kommt nicht von jetzt auf jetzt und es ist auch besser so. 

Die Art und Weise des Abgangs ist aber typisch für Menschen, die eine Auseinandersetzung scheuen, die mehr mit sich selbst beschäftigt sind, als sie für andere einen Mehrwert erzeugen könnten. 

Ob das GLÜCK - ​               um auf den, wie ich finde schon sehr passenden Spruch zu kommen, am Ende bei uns​    bleibt, liegt an uns selbst. Wir haben unsere Lehren daraus gezogen. Wir werden uns weiter objektiv, qualifiziert und losgelöst von politischen Ränkespielen mit all unserer Kraft für ein besseres Pirna einsetzen. 

Es ist keine Zeit für Eitelkeiten, für Selbstdarsteller, wir können nur gemeinsam die kommenden Aufgaben meistern. Sprüche klopfen sollen andere, wir setzen um, wir legen vor, sachlich, fachlich, klug und authentisch. Gemeinsam mit der Verwaltung, den Bürgern unserer Stadt und mit denen im Stadtrat bei denen das WIR im Vordergrund stehen. 

 

In diesem Sinne bleibt gesund. 

Euer Ralf Böhmer 

Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler 

Pirna, den 27.01.2021