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28. Februar 2021

Hanno-Verkauf?

Warum erwägt die Verwaltung ein Verkauf der Liegenschaft „Hanno“?

Die Beschlussvorlage zielt einzig erst einmal darauf, wirtschaftlich zu reagieren. Wirtschaftlich in dem Sinne, dass eine Weiterführung des „Hannos“ in der Form nicht mehr vertretbar ist. Der städtische Finanzhaushalt ist nicht nur durch Corona angespannt wie noch nie.

Um das „Hanno“ überhaupt neu aufzustellen, musste die „Zweckbindung“ des Stadtratsbeschluss vom 12.03.2013 aufgehoben werden. Eine Zweckbindung, die bis 2026 vertraglich gebunden ist. Im Raum stehende Fördermittel, welche in das Objekt über die Jahre geflossen sind, müssen auf Rückzahlung geprüft und damit im Zusammenhang stehend eingetragene Grundschulden vor einer anstehenden Neuausrichtung, wo es durchaus viele Varianten geben kann, bereinigt sein. Nicht mehr und nicht weniger wurde beschlossen. Bis auf einen Stadtrat haben alle anderen das Ansinnen der Verwaltung auch verstanden.

Es ist eine heuchlerische Herangehensweise jetzt so zu tun, als wäre das „Hanno“ eine über Jahre gut laufende Pirnaer Jugendeinrichtung. Sicherlich gab es dort gute Zeiten und die Erinnerungen vieler Pirnaer Bürger sind mit einzubeziehen in eine noch zu treffende Entscheidung was die Zukunft des Hauses betrifft.
Doch so weit sind wir noch lange nicht. Die Fakten der letzten 10 Jahre sprechen für sich. Vereine sind ausgezogen, weil die Bedingungen nicht mehr adäquat des Anspruches waren, andere haben sich neue Wirkungsstätten gesucht, weil sie nicht bereit oder in der Lage waren sich selbst, auch finanziell in die Entwicklung des Hauses einzubringen. Andere Vereine haben Ihre Arbeit komplett aufgegeben, weil Corona und seine Auswirkungen nicht mehr abgefangen werden konnten.

Sicherlich muss man in die Runde fragen, was man mit dem Haus perspektivisch überhaupt machen will. Bleibt es städtisch, kauft es vielleicht eine Pirnaer Tochtergesellschaft, nur eines sollte allen Beteiligten klar sein, in Erinnerungen schwelgen, wie schön es als Kind (der heutigen Erwachsenen) es dort einmal war, bringt niemanden weiter. Die Möglichkeit das Objekt zu retten, die Vereine zu bündeln, aufzubauen, zu halten mit einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept und dies planbar auf Jahre, wurde in der jüngsten Vergangenheit vertan. Selbst der Verein, der das Wort „Hanno“ in seinem Vereinsnahmen trägt, hat eben diesem Hanno Lagebedingt und aus finanziellen Gründen den Rücken gedreht.

Uns ist bewusst, dass ein solch großes Gebäude in Trägerschaft von Vereinen und den daraus sich ergebenen finanziellen Gegebenheiten schwierig bzw. fast unmöglich ist.
Fakt ist auch, wir haben eine den Haushalt belastende Immobilie ohne ein tragfähiges Konzept auf absehbare Zeit.
Kreativität über das wie weiter, einhergehend mit der notwendigen kaufmännischen Verantwortung muss die Verwaltung gemeinsam mit uns Stadträten ansetzen, um eine optimale Lösung für das Objekt zu finden.

Nach Aufhebung der Zweckbindung und der Mitteilung über eventuelle Rückzahlung von Fördermitteln, werden wir uns gemeinsam mit den Verantwortlichen der Vereine, der Verwaltung aber auch mit der Stadtentwicklungsgesellschaft hinsetzen und nach einer optimalen Lösung suchen. Dies mit Sicherheit zum Wohle der Pirnaer Bevölkerung.

Ralf Böhmer
Fraktionsvorsitzender